Annehmen und zerkleinern
Zerkleinerung, damit das Kochen gleichmäßig verläuft. Das Material geht frisch hinein, niemals vom Vortag stehengeblieben.
Das ist die Sparte, für deren Entsorgung die meisten Fleischbetriebe heute bezahlen. Richtig verarbeitet werden aus Knochen und Zuschnitt verkäufliches Protein, verkäufliches Fett und eine zweite Rechnung auf einen bereits gekauften Rohstoff.
| Variable | Wert | Warum |
|---|---|---|
| Rohstoff | Knochen, Zuschnitt und taugliche Innereien | Nur Material von schlachttauglichen Tieren. Untaugliches Material geht einen anderen Weg und darf nicht in Futtermittel. |
| Frische | Verarbeitung binnen 24 h | Nebenprodukt verdirbt schnell. Alter Rohstoff ergibt ein Mehl mit hohem flüchtigem Stickstoff und einem Geruch, den kein Kunde akzeptiert. |
| Sterilisation | 133 °C, 3 bar, 20 Minuten | Der internationale Referenzstandard für Nebenprodukte, die in Futtermittel gehen. Zerstört Krankheitserreger und Prionen. |
| Pressen | Talgabtrennung | Das Fett wird ausgeschmolzen und getrennt verkauft. Bleiben mehr als 12 % im Mehl, wird es ranzig und verliert an Wert. |
| Mahlen | Siebeinsatz 2 – 3 mm | Die Korngröße beeinflusst die Mischbarkeit im Futterwerk des Kunden. |
| Mikrobiologische Kontrolle | Salmonellen nicht nachweisbar | Die Untersuchung, die entscheidet, ob die Partie ausgeliefert oder zurückgeführt wird. Nicht verhandelbar. |
Zerkleinerung, damit das Kochen gleichmäßig verläuft. Das Material geht frisch hinein, niemals vom Vortag stehengeblieben.
Kocher bei 133 °C und 3 bar für 20 Minuten. Hier trennen sich drei Phasen: Feststoff, Fett und Wasser.
Trennt das flüssige Fett (Talg) vom Proteinfeststoff. Der Talg wird filtriert und separat gelagert: er ist Produkt, kein Abfall.
Der Feststoff wird gekühlt und auf die Zielkorngröße gemahlen.
Antioxidans zum Schutz des Restfetts zugeben. Ohne es wird das Mehl binnen Wochen ranzig.
Rohprotein, Fett, Rohasche, Feuchte, Pepsinverdaulichkeit und Salmonellen. Keine Partie geht ohne Analyse hinaus.
| Kontrollpunkt | Wert |
|---|---|
| Rohprotein | 45 – 50 % |
| Fett | 8 – 12 % |
| Rohasche | 28 – 35 % |
| Calcium | 8 – 12 % |
| Phosphor | 4 – 6 % |
| Verhältnis Calcium zu Phosphor | ≈ 2 : 1 |
| Pepsinverdaulichkeit | > 85 % |
| Endfeuchte | < 8 % |
Die halbe Kunst besteht darin, den Fehler zu lesen. Das sind die, die immer wiederkommen.
| Was Sie sehen | Woran es lag |
|---|---|
| Anhaltender Fäulnisgeruch | Der Rohstoff wartete zu lange vor dem Kocher. Weder Prozess noch Antioxidans korrigiert das. |
| Niedrige Verdaulichkeit | Zu hohe Temperatur oder zu lange Zeit: das Protein wird überkocht und das Tier verwertet es nicht mehr. Mehr Kochen ist nicht mehr Sicherheit. |
| Schnelle Ranzigkeit | Hoher Restfettgehalt ohne Antioxidans. Behoben durch besseres Pressen und Stabilisieren. |
| Salmonellenbefund positiv | Rekontamination nach dem Kocher: der Werksfluss kreuzt Roh- mit Fertigmaterial. Ein Planungsproblem, kein Kochproblem. |
| Rohasche außerhalb der Spanne | Unkontrolliertes Verhältnis von Knochen zu Fleisch. Der Eingangsmix muss standardisiert werden, damit die Zusammensetzung konstant bleibt. |
Das hängt von der Zieltierart und vom Land ab. Die universelle Einschränkung ist das Verbot, Wiederkäuerprotein an Wiederkäuer zu verfüttern, ein Erbe der BSE-Krise. Bei Geflügel, Schwein und Heimtieren ist es weit verbreitet, mit der jeweils geforderten Herkunftsrückverfolgbarkeit. Prüfen Sie die Vorschriften Ihres Landes vor dem Verkauf.
Tierkörperverwertung ist ein Skalengeschäft: die Anlagen tragen hohe Fixkosten, und die Marge kommt aus dem Volumen. Messen Sie vor der Investition, wie viele Tonnen pro Tag Ihr Werk tatsächlich erzeugt — und die der Region, denn oft lohnt es sich, das Nebenprodukt mehrerer Schlachthöfe zu verarbeiten.
Das hängt vom Markt und vom Zeitpunkt ab. Genau deshalb verkauft eine gut geplante Anlage beides: Talg geht in Futter, Seife und Biodiesel, Mehl in Mischfutter. Wer auf ein einziges Produkt auslegt, hängt an einem einzigen Marktpreis.
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